Ein Bericht von Henriette Gruse:
Begonnen hatte alles im Januar auf der Boot 2012 in Düsseldorf. Auf dem dortigen Blauwasserseminar war AWN vertreten und von den Teilnehmern wurde die Frage gestellt, ob wir nicht ein zusätzliches Sicherheitsseminar veranstalten könnten, die angekündigten Termine seien ja alle schon ausgebucht. Unser Chef hat sich “breit schlagen” lassen und so konnten wir, zusammen mit der KA und den Freunden von der Bundesmarine einen weiteren Termin anbieten. Ich durfte als Vertreterin von AWN teilnehmen und hier nun mein Erlebnisbericht:
> An einem sonnigen Freitagmittag im April trafen sich also ca. 40 unserer Kunden aus ganz Deutschland trotz schönstem Segelwetter nicht auf dem Wasser – sondern zum Schiffs-Sicherheitstraining in Neustadt. Voller Spannung auf das bevorstehende Wochenende kamen doch alle mit wohl unterschiedlichen Erwartungen dort hin. Die einen wollten sich auf ihre geplante Weltumseglung vorbereiten, die anderen ihren Kenntnisstand auffrischen und wieder andere einfach für den Notfall besser vorbereitet sein.
Nachdem alle ihr Quartier bezogen hatten, ging es auch gleich los. Die Teilnehmer wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Meine Gruppe startete zunächst mit einem Vortrag über die Theorie zum Feuerschutz und zur Brandbekämpfung.

Nach diesem durchaus spannenden theoretischen Teil, in dem von den verschiedenen Löscharten über die Löschmittel bis hin zum richtigen Verhalten im Brandfall alles anschaulich erklärt wurde, kam die noch spannendere Praxis. Da durften wir dann – gut geschützt mit Blaumann, feuerfester Sturmkappe und Stiefeln – selbst testen, wie beängstigend Feuer wirken kann und wie man es wirkungsvoll bekämpft.
Was von den Profi´s der Bundeswehr da für uns vorbereitet wurde, war wirklich beeindruckend. Drei Übungsstationen waren eingerichtet. In der Ersten haben die beiden Herrn vom Brandschutz die Vor- und Nachteile eines Stickstofflöschers erklärt und den richtigen Umgang mit dem Gerät geschult.
Jeder musst zwei Mal ran und konnte erfahren, was alles zu beachten ist und wie man einen Feuerlöscher richtig hält.
In der zweiten Station durften wir dann diverse Pulverlöscher testen und danach ist dann sogar ein Hubschrauber in Brand geraten und jedem wurde erklärt, wie er auch hier richtig reagiert und damit umgeht. Auch wenn uns Freizeitskippern dies wohl nicht jeden Tag passieren dürfte, interessant und lehrreich war es allemal.
Schon nach diesen wenigen Stunden hatte ich vieles gelernt, was ich künftig nicht mehr missen möchte. Gerade die Handhabung von handelsüblichen Löschmitteln ist nämlich keineswegs so einfach, wie “man” sich das häufig denkt. Richtig Feuer löschen will nämlich gelernt sein!
Nach einer kurzen Pause und ging es dann weiter vom Feuer zum Wasser. Was fürchtet der Skipper neben dem Feuer am meisten – genau: den Wassereinbruch.
Zunächst wieder ein kurzer Vortrag mit welchen Mitteln man Löcher oder Risse abdichten kann und
zur Praxis sind wir dann wieder in den Blaumann geschlüpft und auf ging es in den Übungsrumpf, einen Frachter! zugegeben höchst wahrscheinlich nicht die Größe, die wir normalerweise segeln würden, aber ein sehr gutes Trainingsgebiet.
Ich fand es spannend, wie schnell sich ein Team bildete und die Aufgaben, teilweise sehr kreativ, gelöst wurden.
Nachdem wir nun alle buchstäblich durch Feuer und Wasser gegangen waren, konnten wir uns über ein schönes Abendessen im Kasino der Bundesmarine freuen. Es wurde ein lustiger und kommunikativer Abend, an dem die jeweiligen Erfahrungen und Ein-drücke ausführlich und bis spät in die Nacht besprochen wurden.
Wie in einer Kaserne üblich, ging es am nächsten morgen pünktlich um 7.00 Uhr mit dem Frühstück weiter; zum Höhepunkt der Veranstaltung: Rettung auf hoher See !
Zunächst wieder etwas Theorie: Die Historie von Rettungswesten und deren Ent-wicklung wurde gezeigt und die verschiedenen Möglichkeiten besprochen, wie in der Praxis Rettungsaktionen abgelaufen sind, bzw. ablaufen sollten.
Herr Kpt. Stoer, der als Leiter der Veranstaltung und ehemaliger Marineoffizier der Experte für Sicherheit an Bord ist, überzeugte uns in seiner sehr unnachahmlichen Art und mit anschaulichen Beispielen von den notwendigen Verhaltensmaßnahmen im Seenotfall.
Weiter ging es dann mit den praktischen Übungen im Wellenbecken. Der Teil des Seminars also, vor dem uns ehemalige Teilnehmer mit wissendem Grinsen gewarnt hatten. Nachdem wir uns alle in Schale geschmissen hatten, also in voller Ölzeugmontur und angelegten Rettungs-westen in der mit 35 ° C ”schön warmen” Halle standen, haben wir zunächst interessiert zugeschaut, wie sich die kleinen weißen Köfferchen, die mir von unserem Produktmanager mitgegeben wurden, in Sekunden in beeindruckend große Rettungsinseln verwandelten. Aber dann hieß es auch schon Wellen marsch und jeweils zu sechst ab in in die Insel….
Von innen war es dann aber gar nicht mehr so groß und bequem war es erst recht nicht! Es schaukelte entsetzlich und etliche Gesichter verfärbten sich leicht grünlich. Ich behaupte jetzt einfach mal, dass neben mir auch die meisten anderen meines Teams froh waren, schnell aus den Dingern raus und wieder im Wasser zu sein. 
Nun durfte jeder noch seine eigene Rettungsweste ausprobieren. Mir hat dieser Test vor allem gezeigt, wie wichtig es ist, nicht nur eine Rettungsweste zu tragen sondern auch die richtige Größe zu haben, mit Schrittgurt und Spraycap ausgerüstet zu sein und alles auch noch ordentlich anzulegen. Als persönliches Highlight wurde ich dann auch noch aus der “Luft” gerettet. (siehe unten…)
Anschließend ging es zum Mittagessen, wo einige von uns mit ihren Portionen noch etwas zurückhaltend waren….
Der anschließende Signalmitteltest bei superschönem Wetter hat das Wochenende dann noch lautstark und farbenfroh abgerundet. (Wann hat man schon mal Gelegenheit die verschiedenen Signalraketen legal abzufeuern)
Gut gelaunt haben wir bei der Endbesprechung die abschließenden Ermahnungen unserer Trainer und die ausgestellten Teilnahmezertifikate mitgenommen und uns bei einem köstlichen Kaffee und mit wunderschönem Blick auf die Ostsee verabschiedet.
Es war für mich ein lehr- und erlebnisreiches Wochenende! <
/hg










