Nie mehr auf Kollisionskurs

Die Mahdi kollidierte mit einer Fähre. Ihre Besatzung hatte Glück.

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Berufsschifffahrt massiv entwickelt. Von den anfänglichen 11 Knoten maximaler Geschwindigkeit (nach dem Krieg) bis hin zu heute über 25 Knoten, der bis zu 400m langen Containerriesen.

Die Schiffe sind aber nicht nur schneller und größer geworden sondern gleichzeitig hat sich auch die Besatzungsstärke verringert. Die Crews stehen zudem unter konstanter Anspannung und Zeitdruck. So ist es kein Wunder, dass man im Zusammenhang mit Unfällen auf See immer häufiger vom „Fatigue“ (ein Übermüdungssyndrom) spricht.

Da auch die EU plant, die Kapazitäten der Schifffahrtswege extensiver zu nutzen, wird es in Zukunft auf dem Wasser wohl noch enger zugehen. Die gewollte Zunahme des Güterverkehrs auf dem Wasserweg könnte die Gefahren also zusätzlich erhöhen.

Eine Kollision mit einem Schiff der Berufsschifffahrt bedeutet für uns Freizeitskipper fast  immer unweigerlich den Totalschaden der eigenen Yacht und kann mitunter dramatisch verlaufen. Verkehrsteilnehmer auf dem Wasser können sich nur dann regelkonform verhalten, wenn sie sich auch gegenseitig wahrnehmen können. In diesem Zusammenhang können Yachten heute nicht mehr unter allen Umständen darauf vertrauen, rechtzeitig optisch ausgemacht zu werden. Zusätzlich zur vorgeschriebenen Lichterführung  wird also die eigene Sichtbarkeit auf dem Radar oder mittels AIS (Automatic Identification System) immer wichtiger.

Bei der rechtzeitigen Wahrnehmung einer Yacht durch ein größeres Schiff ergibt sich häufig folgende Situation: Die Entfernung der Dreifarbenlaterne ist von der Profi-Besatzung schwer einzuschätzen, denn sie befindet sich annähernd auf derselben Höhe wie die Brücke und somit optisch auf Höhe der Kimm. Letztlich führt dies dazu, dass eine größere Distanz vorgetäuscht wird. Außerdem ist die Sichtbarkeit der Positionslaternen eingeschränkt, wenn sich hellere Lichtquellen unmittelbar in ihrer Umgebung befinden.

Echomax Radar Target Enhancer

Dazu kommt, das die Radarbeobachtung in klaren und dunklen Nächten bei den Profis meistens nachrangig und auch nur dann erfolgreich ist, wenn die Yacht auf dem Schirm auch gut erkennbar ist, also ausreichend gute Radarreflektion bietet. Bei den Radarreflektoren unterscheidet man passive und aktive Reflektoren. Passive bieten den Vorteil, dass sie keinen Strom verbrauchen, allerdings können die Radarreflektionen häufig nicht von Seegangsechos unterschieden werden und bieten deshalb keine ausreichende Sicherheit. Ein aktiver Radarreflektor (Radar Target Enhancer RTE) hingegen verstärkt das empfangene Signal bei der Rücksendung. Allerdings sollte man trotzdem nicht auf einen passiven Reflektor verzichten, denn dieser funktioniert eben auch dann noch, wenn der Strom ausfällt.

Zusätzliche Sicherheit bietet ein AIS-System, welches mittlerweile wegen der einfachen Anwendbarkeit und dem deutlichen Sicherheitsgewinn zum vorrangigen System auf Sport-Yachten wird. Ein Nur-Empfänger, mit dem man zwar die Daten der anderen Schiffe empfängt, selbst aber nicht sichtbar wird, ist für das Verhalten anderer Schiffe allerdings völlig irrelevant. Prinzipiell ist also ein AIS-Transponder die eindeutig bessere Wahl.

Wenn man als Freizeitskipper auf den vielbefahrenen Schifffahrtsstraßen der Ost- und Nordsee unterwegs ist, ist es natürlich generell sinnvoll, sich über seine Sicherheit Gedanken zu machen. Insbesondere aber dann wenn man auch nachts wahrgenommen werden will. Nur mit wirklich guten Positionslaternen, Radarreflektoren und/oder einem AIS-Transponder, kann man davon ausgehen, dass die Berufschifffahrt die eigene Yacht wahrnimmt und gegebenenfalls rechtzeitig Ausweichmanöver einleitet. So lassen sich gefährliche Kollisionen oder die häufigeren Beinahekollisionen verhindern.

/jr

…unsere Olympiamädels !

Wir haben von Annika und Vicky einen Bericht über ihre bisherige Saison bekommen. Und das sieht doch wirklich vielversprechend aus!

Das Training im Süden hat sich ausgezahlt, denn wir haben bei der Europameisterschaft in Roses/ Spanien vom 28.04.-1.5. Bronze geholt!

Neues Team, neue Bootsklasse – dementsprechend chaotisch starteten wir unser erstes Frühjahrstraining im Januar in Barcelona allein. Auch im Februar kamen kaum Trainingspartner und wir arbeiteten erneut 10 Tage nahezu allein an unserem Bootsgefühl für den Skiff. Im März konnten wir dann endlich, in Kooperation mit dem Kieler Yacht Club, eine Woche in Palamos/ Spanien mit zwei weiteren deutschen 29erXX Teams trainieren. Trainer Patrick Böhmer gestaltete ein sehr intensives und abwechslungsreiches Training. Wir haben viel gelernt und hatten Spaß.

Danach fuhren wir nach Cavalaire/ Frankreich zum Eurocup, unserer ersten Regatta im Skiff. Doch schon am zweiten Trainingstag hatten wir viel Wind und Welle und bei einer Kenterung verletzte sich Vicky am Fuß. Die Regatta musste für uns leider ausfallen. Vicky lief 2 Wochen an Krücken, Röntgen und MRT diagnostizierten letztlich eine starke Prellung. Glück gehabt!

Am 24.4. ging es für uns dann wieder nach Spanien zur EM, Vicky war gerade seit 4 Tagen ihre Krücken los und leider noch humpelnd unterwegs. Mit wenig Training unmittelbar im Voraus und noch etwas gehandicapped starteten wir also in die Europameisterschaft – unsere erste Regatta. Wir segelten insgesamt 13 Rennen an 4 Tagen, nur eines der Rennen wurde bei Leichtwind entschieden, ansonsten segelten wir bei 17-20 Knoten und ganz schön großer Welle. Auch wenn wir zum Teil noch etwas wackelig unterwegs waren und so einige Patzer dabei hatten, hielten wir das Boot gut unter Kontrolle. Die beiden Däninnen waren noch nicht zu schlagen, ihr Trainingsvorsprung war einfach zu groß. Gegen alle anderen Nationen konnten wir uns, wenn auch nur knapp, durchsetzen. Wir wurden Dritte und holten uns somit einen Platz auf dem Treppchen. Das Training und die EM haben super viel Spaß gemacht und am Ende einen erfolgreichen Abschluss gefunden. Wir sind sehr zufrieden.

Jetzt sind wir wieder zurück in Kiel und wollen im Training fleißig an all den Dingen arbeiten, die es noch aufzuholen gilt. Als nächstes freuen wir uns auf das „Heimevent“ – die Kieler Woche.

Wir bedanken uns bei allen, die uns in unserem neuen Projekt unterstützen!

Viele Grüße,

Vicky und Anika

PS: Am 4. Mai entschied die ISAF, den Mackay FX als Damen Skiff für die Olympischen Spiele 2016 auszuwählen! Wir freuen uns riesig auf diese Herausforderung und wollen nach der WM im 29erXX im September umsteigen!

Tipps vom Fachmann…

Ganz unter dem Motto “Tipps vom Fachmann” stand das diesjährige Fahrtenseglertreffen in Kappeln. 

Auch wenn sich der Sommer nicht von der besten Seite zeigen wollte, war es doch wenigstens sonnig, wenn auch kalt.  Trotzdem fand der Fahrtenseglertreff auch dieses Jahr wieder großen Anklang und hat viel Bootseigner mit ihren Yachten angezogen.

Jeder konnte seine Probleme und Wünsche direkt vor Ort mit den Fachleute besprechen und die für Ihn optimale Lösung finden.

Abends gab es dann noch ein nettes Beisammensein, bei dem Erfahrungen und Eindrücke regen Austausch fanden.

So konnten alle nach einem erfüllten, lehrreichen Wochenende die windige Heimreise angetreten.

/hg