SICHERHEIT AN BORD

1. Rettungswesten checken

Funktionierende Rettungswesten sind das A & O in puncto Sicherheit an Bord.

Zum Start der Saison gibt es besonders in puncto Sicherheit an Bord einige Dinge zu beachten. Klar - keiner möchte in eine Notsituation geraten. Aber falls es doch mal passiert, ist es wichtig, dass Sie sich auf die Rettungssysteme verlassen können.

Einige Tipps, um Ihre Rettungswesten vor dem Saisonstart zu überprüfen, bekommen Sie vom geschäftsführenden Gesellschafter von SECUMAR, Benjamin Bernhardt, in folgendem Video: 

Benjamin Bernhardt, geschäftsführender Gesellschafter SECUMAR, gibt wichtige Hinweise zur Überprüfung von Rettungswesten.

Unsere Wartungsexperten führen eine Druckkontrolle in der Wartungsstation Kiel durch.

Wartungsstationen tauschen unter anderem die Auslösetablette aus, erneuern die Dichtungen, kontrollieren die CO2-Patrone, prüfen die Nähte und Beschläge und vieles mehr. AWN hat in den Filialen Kiel und Dormagen zertifizierte Wartungsstationen, die fast alle gängigen Marken von Rettungswesten und -inseln für Sie warten.

Mehr zur Wartung von Rettungswesten und Rettungsinseln finden Sie hier.

In unseren Filialen führen wir ein umfangreiches Sortiment an Ersatzteilen für Ihre Rettungswesten.

Alle Servicearbeiten werden genau nach den Vorschriften der Hersteller durchgeführt. Geben Sie Ihre Rettungswesten und Rettungsinseln in einer AWN-Filiale ab oder machen Sie sich keinen Stress und bestellen Sie hier den passenden Versandkarton zu Ihnen nach Hause.

Achten Sie auf das Ablaufdatum der Rettungswesten!

Bei abgelaufenem Datum bitte die Weste zur professionellen Wartung geben. 

Rettungswesten Bestseller

Auftriebsklassen der Rettungswesten:

Unterteilt sind Rettungswesten nach der Norm DIN EN ISO 12402 in 4 Kategorien:

DIN EN ISO 12402-2:

Diese Stufe gilt in erster Linie für den Einsatz im Hochsee-Bereich bei extremen Bedingungen und für Personen, die zusätzliche Gewichte mitführen und zusätzlichen Auftrieb benötigen. Sie ist auch für Benutzer vorgesehen, die Kleidung tragen, in der sich zum Beispiel Luft ansammeln kann, und dies beeinträchtigt, dass sich die Rettungsweste selbst aufrichten kann. Die Rettungswesten der Stufe 275 sollen gewährleisten, dass der Träger in einer sicheren Lage schwimmt, wobei sich sein Mund und seine Nase oberhalb der Wasseroberfläche befinden.

DIN EN ISO 12402-3:

Diese Norm legt die sicherheitstechnischen Anforderungen für die Stufe 150 von Rettungswesten fest. Diese werden von Erwachsenen mit durchschnittlichem Gewicht und von durchschnittlicher Größe für allgemeine Anwendung benutzt. Würden bewusstlose Person Rettungswesten Stufe 150 tragen, drehen diese sie in eine sichere Schwimmlage. Es ist kein eigenes Zutun erforderlich, um diese Drehung  zu erreichen und diese Schwimmlage beizubehalten.

DIN EN ISO 12402-4

Bei dieser Norm werden die sicherheitstechnischen Anforderungen für Rettungswesten Stufe 100 eingehalten. Diese gilt für Erwachsene von durchschnittlicher Größe und von durchschnittlichem Gewicht in geschützten Gewässern. Auch werden sie von Schwimmern in offenen Gewässern genutzt. Diese Westen sind für Menschen bestimmt, die auf Rettung warten müssen und sich dabei in geschützten Gewässern befinden. Achtung: Rettungswesten dieser Stufe sollten nicht unter schweren Bedingungen verwendet werden.

DIN EN ISO 12402-5

Diese Norm legt die sicherheitstechnischen Anforderungen für Schwimmhilfen mit einem Auftrieb von mindestens 50N (Newton) fest. Diese Schwimmhilfen sind nur für die Benutzung durch gute Schwimmer in Ufer- oder Küstennähe oder dort bestimmt, wo eine Rettung und Hilfe schnell gewährleistet sind. Diese Auftriebshilfen sind nicht für unruhige Gewässer geeignet, aber bequem zu tragen. Die beschriebenen Schwimmhilfen haben nicht genügend Auftriebskraft, um Menschen zu schützen, die es selber nicht schaffen würden sich zu helfen. Sie machen also eine aktive Mitwirkung der zu rettenden Person nötig. Man sollte nicht davon ausgehen, dass ein Nutzer dieser Westen über einen längeren Zeitraum sicher unterstützt wird.

Nützliche Tipps zur richtigen Rettungsweste gibt Sicherheits-Fachmann André Meyer aus der AWN-Filiale Hamburg.

Tipp: Je weiter man sich von Ufer und Küste wegbewegt und je anspruchsvoller die Wetterbedingungen werden, desto leistungsstärker sollte eine Rettungsweste sein. Welchen Schnitt sie aber besitzen soll, damit sie bequem zu tragen ist, kann jeder nur bei einer Anprobe im Fachgeschäft wirklich sicher klären. Die AWN-Experten im Geschäft geben dabei Auskunft zu den aktuellsten Ausrüstungsmöglichkeiten für Technik und Tragekomfort.

2. Checkliste Rettungssysteme:

Vor dem ersten In-See-stechen gibt es hier eine Liste mit Punkten, die Sie abarbeiten können, damit es keine bösen Überraschungen gibt:

• Bergeschlaufe/Rettungsringe überprüfen

• Materialermüdung der Hülle überprüfen

• Leine in Ordnung

• richtig aufgeschossen und - wichtig - ist das Leinenende mit dem Schiff verbunden?

• ist der Schwimmkörper intakt oder verwittert?

Vertüdelte Leinen können im Notfall wichtige Zeit kosten.

Lifelines überprüfen:

• Verdrall und kleine Knoten rausnehmen,

• genau auf Materialbruch oder Scheuerstellen untersuchen, 

• den Einpicker auf Gängigkeit und Verschluss testen,

• Führungsleine auf festen Sitz überprüfen,

• beim Relingdraht die Schrauben nachziehen.

Signalmittel überprüfen:

Haltbarkeitsdatum der pyrotechnischen Rettungsmittel überprüfen, da sonst die Funktion nicht gewährleistet ist. Beispielsweise könnte eine Signalrakete schlimmstenfalls gar nicht auslösen. Oder es könnte sein, dass das Signal zwar hochschießt, sich aber der Fallschirm nicht öffnet. Dadurch würde das Signal zu schnell abstürzen und für mögliche Retter das Licht zu kurz zu sehen sein. Um die größte Sichtweite zu gewährleisten, sollen Signalraketen ca. 40 Sekunden lang brennen und ca. 350 Meter hoch fliegen.

Tipp: Benutzen Sie im Seenotfall immer zwei Rettungssignale in kurzer Folge nacheinander. Danach einige Minuten Pause machen und wieder zwei Signale in kurzer Folge auslösen.

Auch das erstmalige Auslösen einer Handfackel kann trainiert werden.

Tipp: Zur Aufbewahrung verschlossene Extra-Behälter nutzen, damit sie schön trocken bleiben.

Zum Erwerb von Signalraketen benötigen Sie einen Fachkundenachweis für pyrotechnische Signalmittel. Handfackeln und Rauchsignale sind frei für Erwachsene ab 18 Jahren erhältlich.

Bei elektronischen Signalmitteln wie AIS MOB, EPIRB oder batteriebetriebenen Handfackeln bitte den Auswechselzyklus der Stromquellen überprüfen. Der Vorteil einer LED-Handfackel ist, dass kleine Laser-LEDs im Leuchtkopf mit unregelmäßiger Geschwindigkeit rotieren und so die Sichtbarkeit erhöht wird. Außerdem sind sie salzwasserbeständig, wasserdicht und schwimmfähig. Der Leuchtkopf hält sich dabei über der Wasseroberfläche. Auch von Vorteil: es gibt keine störende Rauchentwicklung.

Diese LED-Handfackel brennt bis zu fünf Stunden.

Sicherheit Bestseller

Der Erste Hilfe-Koffer sollte vollständig, sauber, trocken und noch haltbar sein. Enthaltene Medikamente bitte für Kinder unzugänglich aufbewahren.

Erste Hilfe-Koffer:

• Inhalt auf Vollständigkeit überprüfen - alles sollte sauber und trocken sein.

• Mindesthaltbarkeitsdatum checken.

• Klebkraft von Pflastern und Verbänden testen.

Tipp: Fügen Sie die gängigsten Medikamente als Notfallapotheke zu: Tabletten gegen Durchfall, Erbrechen, Seekrankheit, Kopfschmerzen, Fieber.

Achtung: Bitte für Kinder unzugänglich aufbewahren! 

Wird oft beim Chech-up vergessen: Der Bootshaken. Bitte überprüfen Sie ihn vor Ablegen auf Unversehrheit

Zu guter Letzt ein Tipp: Bitte schauen Sie auch, ob der Bootshaken an seinem Platz ist, da er gerne beim Ausbooten vergessen wird. Zu prüfen gilt: Ist der Haken noch heil, der Schaft noch glatt und gibt es keine Splitter im Holz oder Grate im Aluminium, um Handverletzungen zu vermeiden? Eine Neuanschaffung ist hier nicht teuer.   

3. Brandbekämpfung

Bitte sorgen Sie für ausreichend Feuerlöscher an Bord. Es sollten mindestens zwei Stück vorhanden sein: einer oben an Deck, einer unter Deck. Man weiß nie, wo das Feuer ausbricht. Im Falle eines Brandes würde man wichtige Reaktionszeit beim Löschen verlieren, da die meisten Feuer unter Kontrolle gebracht werden können, wenn man schnellstens reagiert. Bitte überprüfen Sie auch hier das Mindesthaltbarkeitsdatum und nehmen Sie eine Druckkontrolle anhand eventuell vorhandener Druckanzeigen vor.

Feuer an Bord können meist schnell unter Kontrolle gebracht werden, wenn Sie schnell auf den Brand reagieren. Hier sehen Sie, wie Mitarbeiter der AWN-Skipper-Akademie eine Brandbekämpfung simulieren.

Löschdecken können bestens in der Kombüse untergebracht werden und bieten einen zusätzlichen Schutz vor Feuer.

Tipp: Meistens lohnt sich eine neue Befüllung des Löschers nicht, weil sie oft teurer ist als ein Neukauf. Auch empfiehlt es sich teilweise CO2-Löscher zu verwenden, denn nach Auslösen eines Pulverlöschers gestaltet sich eine Reinigung als sehr schwierig, da der Pulverstaub in jeder noch so kleinen Ritze steckt.

Als unterstützende Maßnahme kann man in der Kombüse auch noch eine Löschdecke deponieren, um Brände damit zu ersticken. Achtung: Brennendes Öl auf keinen Fall mit Wasser löschen, da sich die Flammen sonst explosionsartig verteilen! 

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4. Wartung von Rettungsinseln:

Rettungsinseln müssen auch in einem bestimmten Intervall gewartet werden: ab dem Anschaffungsdatum nach 3 Jahren. Bitte nicht verwechseln mit dem Herstellungsdatum. Es geht darum, wie lange sie in Benutzung war. Danach gilt ein Intervall von 2 Jahren. Bitte holen Sie sich dazu immer professionelle Hilfe in einer Wartungsstation, wie zum Beispiel von unserer Wartungsstation bei AWN in Kiel.

Diese Rettungsinsel von AWN bietet Platz für vier Personen.

Ein AWN-Mitarbeiter führt einen Drucktest in der Wartungsstation der AWN-Filiale Kiel durch.

Die Arbeit in unseren Wartungsstationen:

Von der richtigen Funktion der Rettungsinsel hängen Menschenleben ab! Die Wartungsstationen richten ihr Augenmerk vor allem auf diese Punkte:

• Die Packtasche oder der Container wird geöffnet, alle Einzelkomponenten werden überprüft und gereinigt.

• Die Rettungsinsel wird komplett aufgeblasen, um die Dichtigkeit zu überprüfen. 

• Die Ober- und Unterschläuche, Boden und Verdeckträger werden auf Lecks überprüft. 

• Überprüfung der Gasflasche auf das vorgeschriebene Füllgewicht.

• Funktionskontrolle der Überdruckventile, Auslöse- und Aufblasvorrichtung.

• Prüfung der Notfallausrüstung auf Zustand und Haltbarkeit. 

• Einsatzgemäßes Verpacken der Rettungsinsel in Container/Packtasche.

Hier geht es zur Übersicht unserer Rettungsinseln.

Rettungsinsel Bestseller

Wir wünschen Ihnen, dass Sie die hier aufgeführten Rettungsmittel nie benutzen müssen. Aber wenn doch, sind Sie mit diesem Ratgeber schon gut vorbereitet, denn Ihre Sicherheit ist uns sehr wichtig!